Mathias Mester

Ausführliche Fassung des Textes aus dem Magazin BewegtBerlin, Nr. 3 (Mai/Juni 2023)

 


Zur Person

Mathias Mester (36) Paralympics-Sportler, mehrfacher Welt- und Europameister (Speerwurf, Kugelstoßen, Diskus), 1. FC Kaiserslautern.

 


Für die Inklusion brauchen wir auch Botschafter. Ich glaube, dass ich durch meine öffentliche Präsenz in verschiedenen TV-Sendungen, in Podcasts oder im Internet ein Stück weit den paralympischen Sport bekannter machen und so auch zum Thema Inklusion aufklären kann. Ich kann natürlich nicht in allen Bereichen helfen, z.B. wenn Rollstuhlfahrer ein Problem mit Barrierefreiheit haben, aber ich kann die Inklusion etwas weiter voranbringen.


Durch meine Fernseh-Auftritte mache ich ein breites Publikum auf Inklusion aufmerksam. Letztes Jahr habe ich bei der RTL-Tanzshow „Let´s Dance“ mitgemacht. Drei Monate bei so einer großen TV-Sendung dabei zu sein, das war schon was! Die Herausforderungen waren sehr groß, ich bin ja kein Tänzer. Aber hier konnte ich zeigen: Geht nicht – gibt´s nicht! Man kann alles schaffen. Diese Sendung war eine großartige Plattform für Integration.


Wir brauchen viel mehr Botschafter oder Vorbilder, die in der Öffentlichkeit zeigen, wie man mit Beeinträchtigungen gut umgeht. Dadurch kann man Menschen inspirieren und motivieren. Während und nach „Let´s Dance“ gab es von Zuschauern schöne Rückmeldungen wie: Wenn Du das schaffst, dann schaffe ich das auch.


Meine persönliche Definition von „Inklusion“ wäre, wenn wir irgendwann einfach eine Gemeinschaft haben und nicht mehr über Integration reden. Wenn Alltagsprobleme für Menschen mit Handicap beseitigt wurden. Wenn es egal ist, woher man kommt, wer oder wie man ist und das einfach nicht mehr zum Thema gemacht wird. Ich wünsche mir, dass wir alle ganz normal am Leben teilnehmen.


Der Sport hat eine besonders gute Chance, Inklusion zu leben. Wenn man eine Behinderung hat oder plötzlich von einer Behinderung betroffen ist, bietet der Sport eine gute Gemeinschaft. Man lernt andere Menschen mit ihren Behinderungen kennen, lernt damit umzugehen, schöpft neuen Lebensmut und bekommt wieder Selbstbewusstsein.


Sport ist eine der größten Plattformen, die verbindet und Inklusion vorantreiben kann. Ob man Training zusammen mit Nichtbehinderten macht oder einfach mit vielen Menschen zusammen ist. Ob man einem Verein angehört oder nicht. Ob man Breitensport oder Leistungssport betreibt. Sport sprengt so viele Grenzen und hilft, über sich hinauszuwachsen, sich besser kennenzulernen und mit seiner Behinderung anders umzugehen.


Sport kann Menschen mit Behinderung wieder zurück ins Leben führen und kann anderen Mut machen. Und je mehr man darüber spricht, umso mehr kommt dazu in der Gesellschaft an. Die Paralympics machen Inklusion auch bekannter. Hier kann man gut sehen, wozu ein Mensch mit Behinderungen fähig ist und was in ihm steckt.


Unter Sportlern ist der Inklusionsgedanke längst angekommen. Wir trainieren zusammen, haben Spaß und lernen voneinander. Aber in den Köpfen älterer Verantwortlicher in Sportverbänden oder Sportvereinen hängt es noch, hier ist weiter ein Umdenken notwendig. Es wäre gut, wenn jüngere Nachfolgende noch mehr die Türen für Integration öffnen. So könnten mehr Menschen am Sportleben teilnehmen und man könnte noch besser zusammenarbeiten.


Mit meinem 2021 erschienenen Buch „Klein anfangen, groß rauskommen – Mein verrücktes Leben auf 142,5 cm“ will ich Menschen inspirieren und motivieren. Es ist eine Biografie mit vielen Geschichten aus meinem Leben, mit Höhen und Tiefen. Der Leser soll Spaß haben und sich wiedererkennen mit dem Gefühl: Das kann ich auch! Genauso sehe ich auch meine kreativen Videos, bei denen ich meine Körpergröße in Alltagssituationen thematisiere. Ich zeige, dass ich mich über mich selber lustig mache, gut über mich lachen kann und mit Spaß durchs Leben gehe. Ich lebe einfach Inklusion. Das begeistert und kommt gut an. Ein Video von mir hat sogar über 21 Millionen Aufrufe!


Neben unzählig vielen positiven und emotionalen Erlebnissen erlebe ich auch Situationen, wo Menschen peinlich berührt sind, wenn sie mich sehen und nicht damit umzugehen wissen. Wenn ein Kind im Supermarkt seine Mutter fragt, warum der Mann so klein ist, sollte das Kind nicht weggezogen werden. Das ist der falsche Weg. Besser hingehen, einfach mal ansprechen und nachfragen! Nicht nur ich bin offen dafür, auch andere Menschen mit Beeinträchtigungen geben gern Antworten. Ein offenes Miteinander ist das A und O. Schon Kinder können lernen, dass es normal ist, wenn Menschen anders sind.


Bei den Special Olympics World Games jetzt in Berlin bin ich als Botschafter im Team für Toyota Deutschland vor Ort mit dabei. Ich freue mich sehr darauf, weil hier Inklusion nochmal ganz anders gelebt wird. Hier geht es nicht um das Gewinnen, sondern um die Gemeinschaft und um das Teilnehmen. Viele Menschen kommen hier zusammen, das finde ich schön. Es wird auch viel medial gezeigt werden. Genauso soll es sein.

 


Foto: Nicole Müller


Verbandsmagazin


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