Lasse Hochgräber

Ausführliche Fassung des Textes aus dem Magazin BewegtBerlin, Nr. 2 (März/April 2023)

 


Zur Person

Lasse Hochgräber (22) macht eine Ausbildung zum Immobilienkaufmann. Er ist seit ca. 12 Jahren im TGW beim TSV GutsMuths 1861.

 


„Show“ ist für mich eine Widerspiegelung der Fähigkeiten, die man sich oder besser sich zusammen mit einem Team innerhalb eines gewissen Zeitraumes aneignen konnte; Show ist ein Gefühl der Ekstase für mich persönlich. Es ist mit Leistungsdruck und dem Willen zu performen verbunden. Der Druck ist nicht mit einem alltäglichen Gefühl zu verbinden. Klar spricht man oft von passivem Druck auf der Arbeit oder dem allgemeinen Alltagsstress, aber während einer „Show‘“ fühlt sich das komplett anders an. Es ist er ein positives Gefühl. Der Wille, die geprobte Choreographie, in die man so viel Kraft, Zeit und Liebe investiert hat, ist so groß, um den Zuschauern auch nur annähernd das Gefühl vermitteln zu können, was für ein besonderes Gefühl und eine Ehre es ist, performen zu dürfen.


Sport hat mein ganzes Leben begleitet. Egal, ob es Ballsportarten wie Handball, Basketball etc. waren. Ich war zwar überall Teil eines Teams, jedoch kam es auf der Gefühlsebene und dem Zusammenhalt nie annähernd an meine Mannschaft im TGW ran. Mannschaft ist eher noch untertrieben. Familie trifft es eher. Nicht nur, weil meine Mutter meine Trainerin ist oder weil mein Bruder ebenfalls Teil der Mannschaft ist, sondern weil jeder einzelne Junge aus meiner Mannschaft in irgendeiner Weise einen Platz in meinem Herzen hat. Der Zusammenhalt und das blinde Vertrauen ist denke ich das, was eine Mannschaft, genauso wie auch eine Familie, ausmacht.


Subjektiv betrachtet denke ich, dass die Turn- und Tanzvorstellungen für mich schon jedes Mal eine Art „Show“ sind. Unabhängig davon, ob es tagsüber beim eigentlichen Wettkampf ist oder abends bei der Matinee. Ich finde, das macht es irgendwie auch schon aus und mit diesem Hintergedanken im Kopf gibt es mir persönlich den extra nötigen Push, um die bestmögliche Performance bieten zu können.


Was eine gute Show/Choreografie ausmacht? Meiner Meinung nach stehen in erster Linie die eigentlichen Turner/Tänzer im Vordergrund. Je besser der Zusammenhalt und das blinde Vertrauen ist, desto besser die „Show“. Gut choreografierte Turn- oder Tanzübungen sind natürlich teilweise Voraussetzung, um eine gute Wertung zu erhalten, jedoch in meinen Augen nicht die wirkliche Priorität. Es ging mir und allgemein unserer Mannschaft grundsätzlich immer nur darum, Spaß zu haben und die Zuschauer an diesem besonderen Gefühl teilhaben zu lassen. Wortwörtlich steht der Punkt „Spaß“ natürlich nicht auf dem Zettel der Kampfrichter. Aber ich denke, jeder, der schon mal bei solchen Wettkämpfen teilgenommen hat, weiß, dass man eine Show geliefert hat, wenn die Kampfrichter den Wertungszettel weglegen, der Fuß zur Musik mittwippt und man als Sportler ein großes Lächeln in der ersten Reihe wahrnimmt.


Zusammenarbeit im Team ist das A und O. Anders funktioniert es nicht. Es ist selbstverständlich, dass man mal aneinandergerät und es Unstimmigkeiten gibt, aber genau dann beweist bei uns jedes Individuum, dass es auch mal zurückstecken sollte und alle zusammen einen Kompromiss finden, womit jeder in einer Art und Weise fein ist. Am Ende des Tages sind wir halt auch einfach Jungs bzw. Männer. Jeder ist mal stur, jeder hat mal einen schlechten Tag. Aber am Ende des Tages klappt es dann doch irgendwie immer ganz gut. Ich denke, einen großen Anteil hat auch unsere Trainerin, also meine Mutter. Sie hat von Anfang an uns geglaubt, als noch weit verbreitet war, dass Jungs in dieser Wettkampfklasse eher unüblich oder schon fast unpassend sind. Auch während der Pandemie hat sie die Hoffnung nicht aufgegeben und war uns allen eine Stütze und großer Beweggrund, dass unsere Mannschaft am Leben bzw. erhalten bleibt.


Rückblickend kann ich gar nicht genau sagen an wie vielen Shows bzw. Wettkämpfen ich schon teilgenommen habe. Ich habe da irgendwie den Überblick verloren. Einfach auch, weil für mich nie ein Ende in Sicht ist, weiter Teil vom TGW zu sein. Aber es waren vielleicht 10 bis 12 Norddeutsche Meisterschaften, 8 bis 10 Deutsche Meisterschaften, 4 bis 6 Matineen, 2 Show & Dance-Galas. Jeder Moment, jeder Wettkampf und jede Show hatte seinen eigenen Höhepunkt für mich, an die ich mich immer erinnern werde und von denen ich stolz hoffentlich irgendwann meinen Kindern erzählen kann.


Unsere Trainerin übernimmt die Choreografien der Turnübung und verbringt Stunden und Tage damit, die passende Musik und die Elemente zusammenzufügen. Mein Bruder schreibt bei uns die Tanzübungen. Ab und zu kann ich beim Tanzen mit spontan ausgedachten, improvisierten Schritten aushelfen, aber die eigentliche Arbeit und der Dank gilt meinem Bruder und meiner Mutter – zurecht.


Für niemanden war die Zeit der Corona-Pandemie leicht; im Gegenteil. Man soll ja trotzdem immer etwas Positives sehen, egal, wie negativ die Situation auch ist und ich denke einfach das Corona teilweise auch eine Prüfung war für alle Mannschaften, für jeden Verein und jedes Mitglied, die gerade eben diesen beschriebenen Zusammenhalt beweisen mussten. Langsam entwickelt sich wieder alles zur Norm, jedenfalls versuchen wir es. Ich denke, es wird noch einige Zeit dauern, bis wir uns alle von dieser schweren Zeit erholt haben. Wir geben uns aber dennoch jetzt schon Mühe, Anfang des Sommers bei den Norddeutschen Meisterschaften wieder eine Show abliefern zu können.


Auch wenn sich der Sport, also TGW, in den letzten Jahren gut verbreitet hat, sind wir längst nicht genug und wenn jemand überlegt, damit anzufangen, kann ich das nur wärmstens empfehlen. Ich habe mich selten so aufgehoben, verstanden und wertgeschätzt gefühlt, wie in dieser Mannschaft und allgemein in dieser Art des Wettkampfes.

 


Foto: Juri Reetz


Verbandsmagazin


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