Charlotte Leonhardt im Interview

Datum: 17.08.2021

Nach fast eineinhalb Jahren Totalausfall der Nationalen Wettkämpfe im Orientierungssport wurden für erste internationale Aufgaben auch Berliner in die Auswahlmannschaften berufen. Bereits im Mai und Juli startete Marvin Goericke (SV IHW Alex 78 Berlin) bei den Europa- (Schweiz) und Weltmeisterschaften (Tschechien) jeweils auf der Sprintdistanz für die A-Mannschaft.

 

Für die jetzt anstehenden Jugendeuropameisterschaften in Litauen und für die Juniorenweltmeisterschaften in der Türkei haben sich mit Pina Mauch (17/Berliner Turnerschaft) und Charlotte Leonhardt (20/SV IHW Alex 78 Berlin) zwei Berlinerinnen qualifiziert. Grund genug, ihre Beharrlichkeit während der Pandemie und ihren Erfolg mit einem Interview zu würdigen.


Charlotte Leonhardt (SV IHW Alex 78/Jg. 2001) stellte sich unseren Fragen:


Herzlichen Glückwunsch zur gelungenen Qualifikation zur Junior World Orienteering Championship (JWOC) in der Türkei 2021. Sicher ist dir ein Traum in Erfüllung gegangen. Was bedeutet es für dich für die Junioren-WM ausgewählt zu werden?

Durch meine lange Verletzungspause war ich ziemlich unsicher und habe mich sehr über die Nominierung gefreut.


Wie hast du dich in den letzten Monaten so erfolgreich auf die Qualifikation und die JWOC vorbereitet?

Durch meine Knieverletzung musste ich Anfang des Jahres auf viel Fahrradfahren umsteigen, weshalb mein Training fast ausschließlich daraus bestand. Erst zwei Wochen vor den Sichtungsläufen konnte ich wieder anfangen etwas Laufen zu trainieren.


Welche Übungsleiter/ Trainer/ Trainingskollegen haben daran besonderen Anteil?

Mein Heimtrainer Frank Steiner hat einen sehr großen Anteil daran, weil er sehr viel mit mir kommuniziert hat und mein Training versucht hat abwechslungsreich und interessant zu gestalten. Zudem hat er mich immer wieder motiviert, wenn ich mal ein kleines Tief hatte.


Seit wann bist du im Orientierungssport aktiv?

Da meine Eltern beide Orientierungslauf machen wurde ich da quasi einfach so reingeboren. Seit 2016 durfte ich auch im Nationalkader laufen.


Hast du neben OL auch noch andere Hobbys, die dir wichtig sind?

Ich habe zwischenzeitlich 6 Jahre lang Volleyball gespielt, aber dennoch war der Orientierungslauf mir immer wichtiger.


Welche Streckenlängen sind dir am sympathischsten?

Die Mittelstrecke finde ich sehr interessant, da man dort viele spannende Orientierungs-Aufgaben hat und die Streckenlängen nicht ins unendliche gehen.


Und wie stehst du zur Gender Gap (unterschiedliche Siegerzeitvorgaben in Damen- und Herrenklassen)?

Also ich habe das Wort in meinem Leben zuvor noch nie gehört, aber ich finde das einfach nur logisch das Herren und Damen unterschiedliche Siegerzeiten habe, da sie ja von Grund auf körperliche Verschiedenheiten haben.


Zurück zu deinem Nationalmannschaftseinsatz, welche Distanzen wirst du laufen?

Ich werde alles außer dem Sprint mitlaufen, da dieser aufgrund von zu viel Asphalt meinem Knie zu sehr schaden würde.


Bei den JWOC erwarten dich ganz andere Geländearten, als du zu Hause trainieren kannst. Wie bereitest du dich vor und was sind, deiner Meinung nach, die größten Herausforderungen?

Die größten Herausforderungen sind meiner Meinung nach, die sehr hohen Temperaturen und allgemein das andere Klima dort. Zudem sind wir alle noch nie zuvor in der Türkei gelaufen, was jetzt nicht gerade positiv ist. Aufgrund von Corona werden wir auch erst spät anreisen und nicht mehr viel Zeit haben um uns vor Ort viel vorzubereiten.

Ich bereite mich mit verschiedenen Memos vor, die zumeist andere Leute für mich gelegt haben. Außerdem schaue ich mir die Karte sehr intensiv an und arbeite eben viel mit dieser.


Hast du dir konkrete Ziele für die Meisterschaft gesetzt?

Nein, ich habe mir keine konkreten Ziele gesetzt.


Welche Ideen hast du, um weiterhin persönliche Leistungssteigerungen zu erreichen?

Wenn Corona es zugelassen hätte, dann wäre ich letztes Jahr schon in einen Leichtathletikverein gegangen und hätte wieder angefangen Volleyball als Ausgleichssportart zu betreiben.


Welche Wünsche, Forderungen, Ideen zur Verbreitung und Förderung des Orientierungssportes in Berlin und Brandenburg könntest du formulieren?

Ich hätte den Wunsch, dass die Kinder in und um Berlin mehr zusammen agieren und gefördert werden. Sei es ein Trainingslager oder Trainingswochenenden oder auch einfach Spiele zur Teamförderung wären sehr schön. Zur Verbreitung der Sportart, kann man immer wieder nur das eine sagen und weiterhin betreiben und zwar Öffentlichkeitsarbeit.


Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen. Die Berliner Turnsportler wünschen dir Gesundheit, ein verletzungsfreies Training und bestmögliche Ergebnisse bei deinen Einsätzen.

Interview: Gerhard Brettschneider








Verbandsmagazin


Newsletter-Anmeldung