Katrin Koenen

Ausführliche Fassung des Textes aus dem Magazin BewegtBerlin, Nr. 4 (Juli/August 2023)

 


Zur Person

Katrin Koenen (53) Senatsverwaltung für Inneres und Sport, Projektleiterin Special Olympics Weltspiele Berlin 2023; ab September 2023 komm. Referatsleiterin „Sport und Gesellschaft“

 


Von Beruf bin ich Grundschullehrerin mit Hauptfach Sport, habe Ich auf Lehramt Sport studiert und auch das Referendariat in einer Grundschule absolviert. Aber – heute unvorstellbar – es gab damals keine freien Stellen für Lehrkräfte in Berlin. So war ich dann 14 Jahre beim „International Council of Sport Sience and Physical Education“ tätig, Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper war damals die Chefin. Im Januar 2020 habe ich in der Senatsverwaltung die Projektleitung für die Special Olympics World Games in Berlin übernommen. Ab September übernehme ich - zunächst kommissarisch – in der Senatsverwaltung für Inneres und Sport die Referatsleitung IV C „Sport und Gesellschaft“.


Dieser Bereich umfasst die Themen Sportentwicklung und Sportinfrastruktur, Sportbaufachliche Angelegenheiten, Leistungssport sowie Sport und Gesellschaft/Breitensport. Ein umfangreiches Gebiet, in das ich mich jetzt einarbeite. Aus dem Projekt Weltspiele nehme ich den Ansatz mit, inklusiv zu denken – bei allem, was wir tun und in Angriff nehmen – vom „Runden Tisch Bewegung und Gesundheit“ bis hin zur Sanierung oder dem Neubau von Sportstätten.


Emotional und nachhaltig: Die Special Olympics World Games Berlin 2023


Meine Aufgaben bei den SOWG umfassten im Wesentlichen zwei Bereiche: Die Förderung und Unterstützung des Organisationskomitees LOC. Als Vermittler und Unterstützer mit den Bezirken, da ging es um Verträge, z.B. für die Straßennutzung und öffentliche Räume und die Nutzung der landeseigenen Sportstätten. Wir haben beim Host Town Programm, an dem sich sieben Berliner Bezirke beteiligt haben, aktiv unterstützt, bei vielen organisatorischen Themen praktisch mitgearbeitet. Und natürlich ging es um die regelgerechte Verwendung der Fördergelder, immerhin 47 Millionen vom Land Berlin.


Der zweite Bereich betraf Berlin an sich – wir haben ein eigenes Nachhaltigkeitsprogramm aufgelegt, in dem wir uns verpflichtet haben, Berlin inklusiver zu gestalten. 14 Projekte aus den Bereichen Kultur, Bildung, Verkehr und Sport haben wir mit und 4,2 Millionen Euro gefördert und bei der Umsetzung und Kommunikation unterstützt. Wir haben auch selbst Veranstaltungen durchgeführt, um über die Weltspiele und den Umgang mit Menschen mit geistiger Behinderung zu informieren.


Das Ganze war sehr spannend und hat vieles bewirkt. Zum Beispiel gibt es jetzt im und um das Schloss Charlottenburg und auf der Museumsinsel Beschilderungen und Hinweise in Leichter Sprache, die Guides wurden entsprechend geschult. Das alles wird bleiben und fortgeführt, wie bei allen 14 Nachhaltigkeitsprojekten.


Für mich persönlich war das auch ein sehr großer Schritt. Ich habe unmittelbar die Arbeit von Senatoren und Staatsekretären kennengelernt, hatte durch die Weltspiele viele interessante Zugänge und Kontakte. In der Zusammenarbeit mit dem LOC habe ich in den einzelnen Bereichen sehr viel gelernt – bei Sven Albrecht, im Bereich Legacy, in der internationalen Zusammenarbeit … Eine tolle Zeit!


Es ist natürlich auch ein großartiges Thema. Mit mir waren wir sechs Leute in der Projektgruppe und ich hätte mir kein besseres Team denken können. Selbst im größten Stress hatten wir einen guten Umgang und konnten miteinander lachen. Dass wir das alles so hinbekommen haben, mit mir als Leiterin, dass wir zum großen Erfolg der Weltspiele beigetragen haben, da sind wir schon bisschen stolz drauf.


Unvergesslich bleibt die Eröffnungsfeier im Olympiastadion – wir haben alle geheult. Endlich ging es los nach drei Jahren Vorbereitung und dann diese Emotionen! Für mich war das ein ergreifendes Ereignis in meiner Berufskarriere. Das war schon sehr besonders, dass die Berliner all so gefeiert und mitgenommen haben – das ist dann auch wieder typisch Berlin. Diese Eröffnungsfeier hat so viele Leute abgeholt, alle waren so angetan, gerührt und begeistert.


Warum haben Sie sich für einen Beruf/eine Tätigkeit im Sport entschieden?

Aufgewachsen bin ich in einer eher musischen Familie, die mehr in der klassischen Musik unterwegs war und in der selbst musiziert wurde. Aber ich war in der Schule schon sehr sportinteressiert und habe verschiedene Sportarten ausprobiert, Leichtathletik, Handball, ich mochte den Sport im Team, habe aber nie in Richtung Leistungssport gedacht. Da ich Lehrerin werden wollte, hat sich dann Sport als Fachrichtung angeboten.


Am Sport fasziniert mich die Mischung aus Wettbewerb und Gesundheit und die Zusammenarbeit mit anderen. Ich hatte diesbezüglich eine tolle Uni-Zeit und ein spannendes Referendariat. Von Anfang an wollte ich am meisten die Kinder in Bewegung bringen, die eigentlich kein Interesse am Sport haben. Bei mir gab es auch eine Zensur der Nichtsportlichen und angepasste Regeln – zum Beispiel, dass in einem gemischten Team ein Tor nur zählt, wenn ein auch ein Mädchen zuvor den Ball berührt hat. Es ist ja ein generelles Problem, gerade im Grundschulsport, dass erst einmal der Zugang und die Freude an der Bewegung wichtig sind, dass die Kinder den Spaß an der Bewegung haben und grundlegende Kompetenzen erwerben und dass niemand sich schlecht fühlen muss, weil er nicht gut im Sport ist. Da muss in der Schule und auch in den Vereinen noch viel passieren, um entsprechende Angebot für alle Kinder zu machen.


Was macht Arbeiten im Sport für Sie attraktiv?

Naja, wenn man attraktiv und Verwaltung hört, dann bringt man das nicht unbedingt zusammen… Ich musste mich auch erst einmal an die Strukturen und Arbeitsweisen gewöhnen. Aber im Sport ist der Umgang mit internen und externen Kolleginnen Kollegenviel entspannter. Sie ticken ähnlich, sind zielstrebig, haben einen entspannten Umgangston, sind trotzdem respektvoll und pflegen einen unkomplizierten und guten Umgang miteinander. Der Teamgedanke, dass man nur gemeinsam etwas erreichen kann, ist allgegenwärtig und der gesundheitliche Aspekt des Sports verinnerlicht. Diese Mischung macht es aus und es spielt auch keine Rolle, auf welchem Level die Menschen arbeiten, Hierarchien fallen schnell weg bei gemeinsamen Projekten, es zählt das Miteinander. Ich frage mich manchmal, ob es so etwas auch in anderen Berufsgruppen gibt…


Herausfordernd an der Arbeit in einer Verwaltung sind die hierarchischen Strukturen. Jede Entscheidung muss durch viele Stufen, ehe es an die Umsetzung gehen kann. Durch die Wahlphasen gibt es immer wieder die Umstellung auf neue Hausleitungen, damit ändern sich ja auch oft die politischen Schwerpunkte. Weil die Regularien so umfangreich sind, gibt es generell in den Verwaltungen viele Herausforderungen, die von außen nicht wahrgenommen werden. Das lässt das beliebte Verwaltungs-Bashing manchmal doch ein wenig ungerecht erscheinen. Zum Beispiel kommen viele Anfragen aus dem Abgeordnetenhaus, die wir alle sachgemäß zu beantworten haben, auch wenn gerade ganz andere Aufgaben und Projekte bei uns anliegen.


Aber wir sind eine tolle Abteilung und bekommen das gemeinsam hin. Und was die Arbeitsbedingungen angeht, da komme ich gleich ins Schwärmen. Wir sind kürzlich ausgezogen und arbeiten jetzt in einem ganz modernen Großraumbüro. Man bucht sich morgens einen Schreibtisch, es gibt Meeting-Points, ruhige Plätze zum Telefonieren und einen Kaffeetresen, an dem man auch gern mal mit Gästen plaudern kann. Dass wir zwei Tag pro Woche im Home-Office sein können, alle ein Handy und einen Laptop haben und in diesem modernen Ambiente arbeiten können – dazu hat natürlich die Corona-Zeit beigetragen, soweit wären wir sonst nicht.

 


Foto: STUDIOLINEPHOTOGRAPHY


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