Jana Borchardt

Ausführliche Fassung des Textes aus dem Magazin BewegtBerlin, Nr. 3 (Mai/Juni 2021)

 


Zur Person

Jana Borchardt (47) ist Trainerin Aerobicturnen beim SC Berlin, Grundschullehrerin, Lehrbeauftragte an der HU, Kampfrichterin und TK-Mitglied Aerobicturnen.

 


Meine sportlichen Anfänge liegen im Gerätturnen, das ich mit 5 Jahren begann. Nach dem Ende meiner leistungssportlichen Laufbahn in dieser Sportart reizte mich die damals noch ganz junge Sportart Sportaerobic (damaliger Name). Begeistert vom Tempo der Übungen mit einer Mischung aus Tanz und turnerischen Elementen, begann ich im Aerobicturnen (heutiger Name) zu trainieren und war von 1995 bis 2002 aktive Aerobicsportlerin. Ganz entscheidend für mich war hinzukommend, dass man sein Können in verschiedenen Teams präsentieren konnte, was für mich eine ganz neue aber wertvolle Erfahrung war.


Die Begeisterung für das Aerobicturnen habe ich dann versucht, auch an junge Sportlerinnen weiterzugeben. Zunächst als Übungsleiterin im Turnen unterwegs, wechselte ich dann auch zur Trainerin im Aerobicturnen.


Heute betreue ich Breitensportlerinnen, die zweimal in der Woche trainieren und Bundeskaderathletinnen und -athleten, die ein 4- bis 5-maliges gemeinsames Training in der Woche absolvieren. Dabei sind für alle Sportlerinnen und Sportler Wettkämpfe, auf denen sie ihre Choreographien und Leistungen präsentieren können, ein wichtiges Ziel, auf das sie hintrainieren.


Die größten Erfolge als Trainerin waren der Gewinn von mehreren Deutschen Jugendmeister- und Vizemeistertiteln 2019 in Unterföhring sowie die Teilnahme zweier meiner Sportlerinnen an den Europameisterschaften 2019 in Baku.


Meine Motivation ziehe ich immer wieder aus der gemeinsamen Arbeit mit den Sportlerinnen und Sportlern, die sich wie in einer großen Familie gegenseitig unterstützen, sich anspornen und immer versuchen, ihr Bestes zu geben. Nicht nur durch das Training, sondern vor allem durch die gemeinsamen Reisen in Trainingslager und zu Wettkämpfen wächst unser Zusammenhalt, der immer wieder neuen Ansporn gibt. Und auch wenn es mal schwierig wird, geben die Sportlerinnen und Sportler nicht auf und schaffen ihr Pensum neben den schulischen/beruflichen Verpflichtungen – und davor ziehe ich auch meinen Hut.


Wenn dann Leistungen, egal auf welchem persönlichen Leistungsniveau, auf einem Wettkampf abgerufen werden können, die Sportlerinnen und Sportler glücklich und stolz auf das Erreichte sind, ist das für mich als Trainerin natürlich auch ein ganz besonderes Gefühl.


Dass in der Coronazeit keine Live-Wettkämpfe stattfanden, war schwierig für alle, da man kein konkretes Ziel hatte. Somit war es nicht einfach, die Motivation aufrecht zu erhalten. Mit den Kadersportlerinnen und Kadersportlern konnten wir nach einer gewissen Zeit wieder in die Hallen zurück, wobei wir diese Phase für das Erlernen neuer Elemente und das Erstellen neuer Choreographien gut genutzt haben. Deutlich problematischer ist es, dass unsere Breitensportlerinnen und Breitensportler nach wie vor kein gemeinsames Training in der Turnhalle haben können. Zwar haben wir mit Online- und Outdoor-Trainings versucht, Möglichkeiten zu schaffen, um wenigsten ein wenig weiter zu trainieren. Aber das Training in der Halle fehlt schon sehr und ich hoffe, dass dies bald wieder für alle möglich wird.

 


Foto: Studioline Fotostudio







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