3 Fragen an Sabine Knappe

Rehasport-News nach zwei Jahren Ausnahmezustand

 

Zur Person

Sabine Knappe ist geschäftsführendes Vorstandsmitglied des RehaSport Deutschland e.V.

Vor zwei Jahren, in der Hoch-Zeit der Corona-Pandemie, haben wir Sabine Knappe (die dem BTFB seit ihrer Kindheit verbunden ist und dem Fachausschuss Gesundheitssport angehört), im BB-Magazin schon einmal interviewt (» zum Interview).


Frau Knappe, was hat sich bzgl. Rehasport in den zwei Jahren verändert?

Es war für alle keine leichte Zeit: Durch die vielen Einschränkungen herrschte permanent eine extreme Verunsicherung – was darf ich als Anbieter, was nicht, welche Fassung der Corona-Schutzverordnung gilt momentan … der Rehasport durfte zwar als medizinische Maßnahme während des Lockdowns stattfinden, aber die meisten Hallen waren ja für den Sport geschlossen und so gab es für manche Gruppen keine Räumlichkeiten. Ergo sagten viele: Dann lassen wir’s lieber ganz.


Auch die Versicherten wussten nicht, ob sie kommen sollen, ob sie kommen dürfen, ob sie lieber eine Zeit aussetzen sollten. Viele haben sich dann eben auch später keine neue Verordnung geholt.


Dazu kommt: Viele Übungsleitende sind nicht mehr da, haben sich wahrscheinlich in der Zeit einen anderen Job gesucht und ob sie jetzt zurückkommen, ist offen. Das heißt, wir haben den vielbeklagten Fachkräftemangel auch bei uns im Rehasport!


Und jetzt ist ja auch nicht nach Corona!


Wir haben das neue Thema Long-Covid: Long-Covid-Gruppen gibt es nur wenige, auch weil bislang wenig Impulse aus der Medizin kommen. Aber es muss ja auch keine reine Long-Covid-Gruppe sein, die Betroffenen können auch in andere Rehasport-Gruppen aufgenommen werden.


Die Bundesregierung hat im Jahr 2020 eine Nationale Demenz-Strategie beschlossen und die Anfrage an die Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) gerichtet, ob das Thema Demenz im Rehasport ausreichend berücksichtigt wird. In der Folge wurde die neue Rahmenvereinbarung vom 1.1.2022 u.a. dahingehend geändert, dass den Teilnehmern 120 Übungseinheiten innerhalb von 36 Monaten zur Verfügung stehen. Gleiches gilt auch für Diabetes. Inwieweit sich in den nächsten Monaten auch entsprechende Anbieterstrukturen bilden, wird man sehen.


Das bedeutet natürlich, dass wir Übungsleitende dafür benötigen, dass wir diese Themen in der Ausbildung berücksichtigen bzw. entsprechende Fortbildungen anbieten müssen. Und das tun wir auch.


Ein weiteres Thema: die Vergütungssätze in der Physiotherapie sind deutlich gestiegen. Was sicher richtig und angebracht ist und natürlich auch zu Gehaltssteigerungen bei den Physiotherapeuten führt. Inwieweit aber dadurch der Einsatz von Physiotherapeuten als Übungsleiter im Rehasport aus unternehmerischer Sicht gerechtfertigt werden kann, bleibt offen. Und deshalb haben eben auch viele Physiotherapiepraxen den Rehasport eingestellt.


Die Wassergymnastik ist im Rehasport nach wir vor eine große Herausforderung. Dies war aber auch vor der Pandemie schon so, denn die Hallenkapazitäten sind nicht größer geworden, ganz zu schweigen von den Bädern. Für Rehasportanbieter ohne eigene Räumlichkeiten ist somit umso schwieriger, attraktive Zeiten den Teilnehmern anzubieten.


In den Hoch-Zeiten der Pandemie haben etwa 12 Prozent Rehasport online angeboten! Es gab positive Erfahrungen, und wir würden das gern in die Zukunft tragen, es ist ja auch generell ein Zukunfts-Thema – aber wir finden als Verband kaum Gehör für dieses Vorhaben. Natürlich kann eine Gruppe in Präsenz nicht durch ein Onlineangebot ersetzt werden, aber es kann für Teilnehmer, die gerade nicht zum Rehasport kommen können, eine sinnvolle Alternative sein. Darüber sollten wir reden und offen für Neues sein. Geblieben aus der Pandemie ist definitiv die Möglichkeit, Teile der Aus- und Fortbildungen online durchzuführen. Das spart Zeit, Reisekosten und ermöglicht mehr Flexibilität.


Wie wird man Übungsleiterin/Übungsleiter für Rehasport?

Wenn man eine Komplettausbildung absolviert, schafft man das in acht Wochen. Vier Wochen Grundausbildung, vier Wochen Aufbau – das geht also schnell! Unser Verband bietet die komplette Ausbildung an. Dann kann man für einem Rehasport-Anbieter arbeiten oder auch als Freelancer agieren. Es gibt viele Vorteile: Man benötigt kaum Ausstattung, keinen eigenen Raum, Investitionskosten beziehen sich in erster Linie auf die Ausbildung. Und auch, wenn es wie ein Klischee klingt - man bekommt als Übungsleitung von den Teilnehmern so viel zurück. Die Teilnehmenden sind dankbar, man bewirkt etwas für die Menschen und letztlich für die Gesellschaft, es ist eine schöne Arbeit.


Welche Neuerungen gibt es 2023, was müssen Anbieter beachten?

Neben der genannten Rahmenvereinbarung gibt es ein neues Formular – Muster 56 -, das haben wir kürzlich beim RST (Reha-Sport-Stammtisch)vorgestellt. Auf unserer Website haben wir einen Blogbeitrag dazu: www.rehasport-deutschland.blog.


Generell ist ein regelmäßiger Blick in den Blog sinnvoll, da wir dort aktuelle Themen zum Rehasport erläutern. Neu ist auch unser Buchungsportal für die Aus- und Fortbildungen: www.rehasport-deutschland.school. Und natürlich können sich Vereine jederzeit mit ihren Fragen und Anliegen an uns wenden, wir helfen gern, dafür sind wir ja da.

 

 

Interview: Sonja Schmeißer
Foto: Juri Reetz

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