Statement von Peter Hanisch

Ausführliche Fassung des Textes aus dem Magazin BewegtBerlin, Nr. 1 (September 2020)


Lebenslanges Lernen bedeutet für mich – ich bin immer neugierig gewesen, ich hatte nie Angst vor Unbekanntem und habe immer gern Herausforderungen angenommen. Wenn ich mal nicht Bescheid wusste, habe ich mir Hilfe bzw. tüchtige Helfer dazugeholt. Ich hatte immer das Vertrauen, Menschen zu finden, die mich unterstützen.


Lebenslanges Lernen gehörte für mich immer dazu, ob beruflich oder bei allen ehrenamtlichen Aufgaben. Ich hatte den Ehrgeiz, Wissen weiterzugeben und immer wieder junge Leute für die Sache zu gewinnen.


Sport ist mehr als Bewegung. Er ist auch gesellschaftliches Miteinander und wichtig für soziale Kontakte. Gerade den älteren Menschen muss man gut zureden, aktiv zu sein, mindestens einen Termin in der Woche zu haben und nicht zu vereinsamen: Geht raus, interessiert Euch für das Leben! Nehmt Euch etwas vor. Wer Freude an Neuem hat, lernt so ständig dazu. Man sollte nicht auf einem Status stehenbleiben. Man muss sich immer fortbilden, sollte auf Gutem aufbauen, aber immer Neues kennenlernen.


Ich halte mich auf dem Laufenden, indem ich viel und intensiv lese – Hefte/Broschüren vom Sport, von Sportverbänden wie dem DOSB. Vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft bekomme ich tägliche Infos. Außerdem informiere ich mich über Fördermöglichkeiten oder über Verbandspolitik – so bleibe ich immer am Ball. Ich bin ein typischer Buch-Leser, habe aber auch gelernt, mit dem Internet gut umzugehen. Das ist für Ältere gar nicht so einfach, aber wichtig. Die Jungen lernen das quasi mit der Muttermilch, aber älteren Menschen muss man hier helfen.


Vor 30 Jahren hätte ich nie gedacht, dass ich mal ein Zoom-Meeting leite. Am 18. Mai mussten wir digital für den Sport-Gesundheitspark eine Mitgliederversammlung durchführen. 30 Personen haben daran teilgenommen, es hat alles gut geklappt und ich habe wieder was gelernt – noch mit 84 Jahren!


Ein Vorbild in Bezug auf lebenslanges Lernen war mein Trainer Ernst Weber, ein Pionier des Marathonlaufs. Er war überzeugt, dass ich in meinem Leben ganz bestimmt mal einen Marathon laufen würde. Und ja, mit 50 Jahren bin ich meinen 1. Lauf gelaufen. Dazu habe ich mir ein Fachbuch gekauft und streng nach Trainingsplan alles erlernt. Ich habe die Ernährung umgestellt und das Trinken neu gelernt und bin sogar beim 100. Boston-Marathon mitgelaufen. Das zeigt, dass man nie zu alt ist, etwas zu lernen.


Was ich in meinem Leben noch machen oder lernen will: den Jakobsweg laufen und Segelfliegen.


Mein Tipp an alle: Bleibt immer neugierig und offen für Neues. Tauscht Euch mit anderen Leuten aus und traut Euch, Fragen zu stellen. So werdet Ihr miteinander viel Erfolg im Leben haben.


Zur Person

Peter Hanisch (80) ist BTFB-Ehrenpräsident, langjähriger Präsident von BTB und LSB, Vorsitzender im Sport-Gesundheitspark Berlin e.V. 


Foto: Juri Reetz




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