Statement von Angela Schwarzwälder

Ausführliche Fassung des Textes aus dem Magazin BewegtBerlin, Nr. 1 (September 2020)


Man lernt ein Leben lang. Egal, was es ist. Ein Beispiel ist der technische Fortschritt: Die Welt um uns herum ändert sich ständig. Man muss immer dranbleiben und über den Tellerrand schauen, um auf dem Laufenden zu bleiben. Im Beruf wie im Ehrenamt.


In meinem Beruf bin ich als Rechtsaufsicht für die gesetzliche Unfallversicherung im Land Berlin zuständig. Da gibt es viele Gesetzesänderungen und Gesetzesentwürfe, die man sich aneignen muss. Für große Gesetzesvorlagen gibt es immer wieder Anpassungen und Neuerungen, die mit allen Bundesländern ständig abgestimmt werden müssen.


Lernen und Fortbilden ist auch in meinen Ehrenämtern unerlässlich. Allein für die Lizenzverlängerungen sind sie notwendig. Zum Beispiel, weil die Technik sich ändert oder neue Trainer in Lehrveranstaltungen Neues vermitteln. So hat z.B. eine Trainerin aus Kanada ein völlig neues Balkenkonzept entwickelt, mit neuen festen Armpositionen und Blickachsen der Turnerin zum Balken, dass sofort in das bestehende Trainings- und Wettkampfprogramm im Nachwuchsbereich integriert werden musste.
Als Kampfrichterin muss ich alle vier Jahre einen neuen „Code de Pointage“ lernen, um die Prüfungen zu bestehen. Das ist sehr umfangreich und fällt mit den Jahren nicht leichter. Manchmal ist auch das Lernen „am menschlichen Vorbild“ hilfreich. Ich erinnere mich gerne an Ingeburg Einofski, sie war eine große Dame vom TuS Lichterfelde. Ingeburg hat sich sehr für den Wettkampfsport engagiert, hatte für jeden ein offenes Ohr und war immer hilfsbereit, ruhig, ehrlich und aufgeschlossen. Diese Eigenschaften gehen leider auch bei der Ausübung von ehrenamtlichen Tätigkeiten öfter mal verloren.


Als Fortbildungsangebot vom BTFB schätze ich die Akademie sehr. Allerdings könnten hier auch mal neue Inhalte kommen. Ich würde mir wünschen, dass mehr psychologische Themen behandelt werden. Zum Beispiel, wie man Kinder unterstützen kann, die Aufregung vor dem Wettkampf zu mindern. Neue, ggf. auch auswärtige Referenten, können andere Trainingsansätze in Technik oder Erwärmungsprogrammen vermitteln. So bleibt unser Sport interessant und zeitgemäß.


In meinem Leben bin ich viel gereist, zum Beispiel nach Thailand, und habe dabei sehr viel gelernt. Nicht nur, wie die Menschen dort leben, sondern auch, wie wenig man im Leben braucht.

 

 

Zur Person

Angela Schwarzwälder (53) ist Mitarbeiterin bei der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales; TK-Vorsitzende Gerätturnen, Kampfrichterin und Trainerin


Foto: Juri Reetz




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