Olympia - Geräturnen: erste Entscheidungen

Datum: 30.07.2012

Im Frauen-Teamfinale der Olympischen Spiele haben sich die Turnerinnen der USA Gold am Dienstag (31.07.2012) mit 183,596 Punkten gesichert vor Russland (178,530 Pkt.) und Rumänien (176,414 Pkt.).

Ein atemberaubendes Finale haben die 20.000 Zuschauer in der North Greenwich Arena gesehen. US-Girls, die sich vom ersten Gerät - dem Sprung -  in den Armen lagen und sich nach vorne pushten sowie unglaublich präzise turnende Chinsesinnen aber auch Russinnen und britische Gastgeberinnen, die Nerven zeigten. Das deutsche Team hatte das Finale der besten acht Mannschaften um Haaresbreite verpasst.

Ergebnisse, Team-Finale Frauen
1. USA - 183.596
2. RUS - 178.530
3. ROU - 176.414
4. CHN - 174.430
5. CAN - 170.804
6. GBR - 170.495
7. ITA - 167.930
8. JPN - 166.646

 

 

Teamfinale Männer

 

Der Traum der deutschen Turner von einer Teammedaille bei den Olympischen Spielen bleibt für die nächsten Jahre ein Traum. In einem dramatischen Finale landete das DTB-Team am Montag (30.07.12) mit 268,019 Punkten auf dem siebten Rang.

Mehrer Fehler, vor allem zu Beginn am Pauschenpferd, verhinderten ein besseres Resultat in dem Feld der acht Teamfinalisten. Olympiasieger wurde erneut China, Zweiter wurde Japan, allerdings erst durch einen Einspruch gegen eine Wertung am Ende des Wettkampfes. Damit verdrängte Japan die Gastgeber aus Großbritannien in letzter Sekunde noch vom zweiten Platz. Die Briten erzielten mit einer erneut bravoröusen Leistung unter dem Jubel der eigenen Fans 271,711 Punkte und standen verdient auf dem Treppchen.

Wie schon in der Qualifikation war es auch diesmal ein schwerer Start für das deutsche Finalteam von Andreas Hirsch. Andreas Toba musste am Pauschenpferd schnell einmal daneben greifen und konnte auch den Abgang nicht ziehen. Teamkollege Philipp Boy musste dann beim vorwärtswandern vom Gerät gehen. Sebastian Krimmer zeigte dann, warum er als letzter an der Pausche startet und bot eine starke Übung ohne Fehler. Doch damit lag das deutsche Turn-Team bereits deutlich hinter der Konkurrenz zurück und musste versuchen, das Feld von hinten aufzurollen. Fabian Hambüchen griff erstmals an den Ringen in den Wettkampf ein. Er turnte gewohnt sicher und sauber und sammelte 14,858 (5,9) Punkte. Auch Toba und Marcel Nguyen machten ihre Sache gut. Boy turnte am Sprungtisch diesmal einen "Roche" anstelle des "Dragulescu" und mit 15,566 (6,6) Punkten. Fabian Hambüchen kam mit einem Yurchenko-Sprung, der für 15,633 (6,6) Punkte gut war und Marcel Nguyen mit einem sehr schönen Kasamtsu - 15,833 (6,6) Punkte.

Sebastian Krimmer hatte am Barren dann mit ein paar kleineren Wacklern zu kämpfen. Anschließend bekam das Publikum dann erneut eine sehr sichere Vorstellung von Fabian Hambüchen zu sehen. Erneut den Bestwert des deutschen Teams erturnte aber Marcel Nguyen zwischen den Holmen. Der Münchner schaffte 15,500 (6,8) Zähler und präsentierte wieder einmal den Tsukahara-Abgang sehr stark. Die DTB-Truppe schien auf einem guten Weg zu sein, doch Philipp Boy passierte am Reck ein verhängnissvoller Fehler. Beim Kolman-Flugteil bekam er die Stange nicht zu fassen und die mögliche hohe Wertung war dahin. Die Kameraden Ngyuen und Hambüchen turnten im Anschluss stark. Auch am Boden kamen die drei Deutschen unfallfrei durch ihr Programm - es blieb jedoch bei Rang sieben.

Alles zum Wettkampf gibt es im DTB-Liveticker.

 

 

Qualifikationswettkämpfe

 

Nach einer spektakulären und sehr schönen Eröffnungsfeier am Freitag, den 27.07.2012 mit James Bond, einer fallschirmspringenden Queen, Mr. Bean und der Entzündung des Olympischen Feuers durch sieben britische Nachwuchssportler, fanden für die DTB-Athleten am Sonnabend, 28.07.2012 (Turner) und Sonntag, 29.07.2012 (Turnerinnen) die ersten Qualifikationswettkämpfe statt.

 

 

Gerätturnen Männer

 

Die deutschen Turner haben zum Auftakt der Olympischen Spiele in London mit einer starken Leistung den vierten Platz und damit das Teamfinale erreicht. Fabian Hambüchen und Marcel Nguyen zogen außerdem als Dritt- und Siebtplatzierte in das Mehrkampffinale ein. Nguyen erreichte zudem das Gerätfinale am Barren und Boden, Fabian Hambüchen schaffte souverän das Reckfinale.

Große Erleichterung am Ende eines langen und aus deutscher Sicht harten Wettkampftages. Nach den sechs Geräten standen am Ende in der North Greenwich Arena 270,888 Punkte auf der Anzeigetafel für Deutschland. Dies bedeutete den vierten Platz und damit den Sprung in das Finale der besten acht Teams. "Es war ein schwerer Start für uns, trotzdem haben wir eine Mannschaft gesehen, die funktioniert hat und wir haben unsere zwei Mehrkämpfer durchbekommen. Für Philipp ist es sicherlich schade, wir müssen sehen, dass wir ihn bis zum Teamfinale wieder auffangen", sagte Cheftrainer Andreas Hirsch.

Der Auftakt der DTB-Riege war in der Tat nicht leicht gewesen: Die ersten beiden Springer Andreas Toba und Marcel Nguyen stürzten am Sprungtisch zu Beginn und auch Schlussmann Boy musste auf die Matte greifen und humpelte mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Podium. Nach kurzer Behandlung und Kühlung machte er weiter hatte aber deutliche Probleme im rechten Fuß. Am Barren lief es dann schon wieder besser. Krimmer, Boy, Hambüchen und Nguyen kamen ohne größere Schwierigkeiten durch ihre Programme. Mit Krimmer hatte das Team am Reck einen soliden Starter, der sichere Punkte einfuhr. Ngyuen turnte mit 7,0 eine schwierige Übung durch und kam auf gute 15,000 Punkte. Teamkamerad Boy hatte dann erneut Pech. Ihm rutschte beim Markelow die Stange durch die Finger und auch beim Abgang musste er auf die Matte fassen. Der Traum vom Reckfinale war damit geplatzt. Fabian Hambüchen zeigte anschließend unbeeindruckt ein sehr souveränes Programm. Am Boden als auch am kniffeligen Pauschenpferd machte die DTB-Riege dann ihre Sache überwiegend gut bzw. lieferten sogar sehr starke Werte ab. Nguyen am Boden und Krimmer am Pauschenpferd stachen besonders hervor. Als Schlussgerät standen die Ringe auf dem Programm, doch auch hier ließen die Deutschen Asse nichts mehr anbrennen und sicherten sich das Team-Finale.

Zuvor hatten in der zweiten Gruppe am Nachmittag die Amerikaner mit ihren engagierten und stabilen Vorträgen auf sich aufmerksam gemacht. Den US-Boys gelang, ähnlich wie zuvor am Morgen den begeisternden Briten, ein Teamwettkampf ohne nennenswerte Fehler. Die etwa 18.000 Fans in der North Greenwich Arena quittierten dies mit brandendem Applaus. Ganz anders lief es dagegen bei den beiden großen Favoriten China und Japan. Das Weltmeister-Team China hatte mit ungewohnt vielen Fehlern zu kämpfen und verzeichnete vor allem am Reck gleich mehrere Absteiger, aber auch Boden gab es Probleme. Der WM-Zweite Japan hatte an Sprung und Boden Fehler zu verzeichnen.

 

Gerätturnen Frauen

 

Die deutschen Turnerinnen haben ihre Sache bei den Qualifikationswettkämpfen der Olympischen Spiele gut gemacht und mit 167,331 Punkten einen ordentlichen Wert erturnt. Für das Finale der besten acht Teams fehlten jedoch 0,3 Punkte. Und so jubelten am Ende die Kanadierinnen, die die DTB-Riege auf den undankbaren neunten Platz verweisen konnten. Immerhin standen am Ende des Tages noch drei Einzelfinals zu Buche sowie ein Mehrkampffinale. „Wir haben eine tolle Mannschaft, aber wir haben unnötige Fehler gemacht und das ärgert mich“, erklärte Cheftrainerin Ulla Koch enttäuscht. Eindeutige Lichtblicke in der Qualifikation waren aus deutscher Sicht die Finalplatzierungen am Sprungtisch von Oksana Chusovitina und der erst 16-jährigen Janine Berger, außerdem die Finalteilnahme von Elisabeth Seitz am Stufenbarren sowie im Mehrkampf.

Dabei hatte das Team einen Auftakt nach Maß am Stufenbarren hingelegt. Nadine Jarosch, Kim Bui und Elisabeth Seitz zeigten sichere und hochwertige Übungen. Vor allem „Eli“ Seitz sorgte mit ihrem spektakulären Def-Flugteil für großes Aufsehen bei den 20.000 Zuschauern in der prallvollen North Greenwich Arena. Danach kam der schwierige Schwebebalken: Nadine Jarosch schaffte es kunstvoll nicht abzusteigen – Kim Bui und Elisabeth Seitz hatten dieses Glück nicht und mussten Abzüge hinnehmen. Oksana Chusovitina zeigte bei ihrem sechsten Auftritt bei Olympischen Spielen ihre ganze Klasse, blieb fehlerfrei und fuhr wichtige 13,700 Punkte für das Team ein. Am Boden legten Berger und Bui mit sicheren Darbietungen vor. Nadine Jarosch wackelte hier und da ein wenig und musste bei ihrer schwierigen Übung ein paar Abzüge hinnehmen. Die Mannheimerin Seitz begeisterte als Letzte dann mit ihrer Musik und Ausstrahlung die Fans und erntete großen Beifall. Am Sprung stürzten dann Jarosch und auch Janine Berger bei ihrem ersten von zwei Sätzen. Der zweite, ebenfalls sehr hochwertige Sprung der Ulmerin gelang dann aber sehr gut. Zwei nahezu perfekte Vorstellungen bot Oksana Chusovitina.

 

Die Wettkampfzeiten für die Gerät- und Mehrkampffinals finden Sie HIER.


Alle Ergebnisse unter www.dtb-liveticker.de

 

© Deutscher Turner-Bund

© Bild: London 2012


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