Interview mit Claudio Preil

Zur Person

Claudio Preil, Geschäftsführer des BTFB, 45 Jahre, Berliner Freunde des Turnens (und B.G. Zehlendorf), Bankkaufmann, Diplomkaufmann, verheiratet, zwei Kinder (12 und 9)

 

Hallo Claudio, wir beide führen jetzt ein Video-Interview über Teams. Die Audio-Datei vom Mitschnitt wird über die BTFB-Website und in unserer neuen App auf mobilen Geräten abrufbar sein. Verknüpft wird das hier im gedruckten Interview per QR-Code. Hat das jetzt nur mit unserem Themenschwerpunkt Digitalisierung zu tun oder ist das als Prinzip schon Teil einer langfristigen Strategie…?


Das hat schon mit unserer Strategie und den Zielen zu tun. Wir wollen alle sinnvollen Kanäle für die Kommunikation nutzen und sie zugleich kontinuierlich ausbauen und entwickeln. Diesen Prozess hat unser neues Print-Magazin beflügelt und vorangebracht, in dem wir von Beginn an die Verlängerung und Vernetzung des Contents für die Online-Medien angestrebt haben. Jüngstes Beispiel dieser Strategie ist unsere BB-App, über die Audio- und Videodateien direkt aus dem Magazin-Content abgerufen werden können.


Wie unser Gespräch hier. Das könnten wir doch bei jeder Ausgabe unseres Magazins zur Regel machen: Dass wir uns zum jeweiligen Themenschwerpunkt zum Nachhören austauschen.


Nun ist ja die BTFB-Website nicht gerade die stylische Visitenkarte eines modernen Verbandes …


Das ist richtig, und es nervt nicht nur externe Besucherinnen und Besucher unserer Seite… Wir sind dran, es soll im 3. Quartal dieses Jahres losgehen. Uns ist aber bewusst, was so ein Website-Relaunch außer einem guten Konzept auch an Ressourcen fordert. Wir wollen die Gelegenheit hier nutzen, um unsere Mitglieder und Interessenten aufzurufen, ihre Ideen und Wünsche einzubringen, damit wir eine zeitgemäße und benutzerfreundliche Website als Visitenkarte eines modernen Verbandes erstellen können.


Wie ist die Vision, wie kommunizieren wir als Verband im Jahr 2025 – mit unseren Vereinen, untereinander, mit Interessenten und Medien?


Über viele verschiedene Kanäle je nach Zielgruppe, gut vernetzt, mit einer hohen Feedback-Kultur und einem Mix aus Print, Online und Social Media. Aber nichts davon und keine Digitalisierung der Welt wird das persönliche Gespräch, den Austausch mit Freunden und Kollegen, die gemeinsamen Erlebnisse und Begegnungen im Verband und in den Vereinen je ersetzen können. Soll es ja aus meiner Sicht auch nicht. Digitalisierung soll uns begleiten, ist ein Werkzeug, welches Leben, Arbeiten und Sport erleichtert …


Kommunikation ist nur ein Teil der Digitalstrategie. Welche Schwerpunkte setzt der BTFB in der nächsten Zeit?

Es ist ja nicht damit getan, bei diesem und jenem Bereich der Digitalisierung auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Wir sind als Verband gefordert, der gesellschaftlichen Entwicklung Rechnung zu tragen und da ist Digitalisierung eines der wichtigsten Gegenwartsthemen. Wir betonen gern, wie wichtig die soziale Verantwortung des Verbandes und der Vereine ist – das heißt aber auch, Entwicklungen voranzubringen, neu zu denken und die Mitglieder mitzunehmen. Hier haben wir in unserer BTJ, die als junge Generation gerade an das Thema Digitalisierung mit ganz anderer Sicht und einem anderen Hintergrund herangeht, einen guten Partner.


Konkrete Themen für die nächste Zeit sind, neben den schon eingangs erwähnten: Webseite, Datenbanken und weitere digitale Angebote in der Aus- und Fortbildung.


Allgemein wird – auch in dieser BB-Ausgabe wieder – davon gesprochen, dass die Corona-Pandemie - bzw. deren Auswirkungen - die Digitalisierung vorangebracht hat. Für welche Bereiche im BTFB siehst du diesen positiven Effekt? Und was wird bleiben?


Natürlich die Meeting- und Konferenzformate wie Teams für Online-Meetings. Wobei die Gefahr besteht, dass es zuviel wird, da wird man neu gewichten müssen, wenn der Alltag wieder in normaleren Bahnen verläuft. Bleiben werden auch einige digitale Bewegungsangebote. Es gibt Vereine, die jetzt schon sagen, welche Angebote sie nach Corona weiterführen wollen. Es wird sicher mehr und neue hybride Formate geben: Vielleicht kann dann jemand von zu Hause aus die Übungsstunde mitmachen, weil er vor Ort nicht dabei sein kann.


Mit Sicherheit vieles im Bereich Lehre und Lernen, generell in der Gesellschaft, da werden alle davon profitieren.


In normalen Zeiten sind wir Veranstalter oder Ausrichter vieler Wettkämpfe, Turniere und Shows – welche Vorteile, Erleichterungen können uns Digitalisierungsprozesse hier bringen?


Erstmal werden wir alle froh sein, wenn wir wieder alle bei richtigen Veranstaltungen miteinander vor Ort sein können… Aber natürlich wird sich da vieles weiterentwickeln: Kampfrichtern digital, Buchungssysteme, Ticketverkauf, digitale Veranstaltungslösungen von der Meldung bis zum Urkundendruck aus einer Hand, Video-Einblendungen. Ein Live-Stream bei allen größeren Veranstaltungen mit der Möglichkeit der weltweiten schnelle Kommunikation wird bald selbstverständlich werden.


Thema Datensicherheit. Das ist ein weites Feld … Wie gut ist der BTFB diesbezüglich aufgestellt?


Generell gut, wir arbeiten mit einem Dienstleister zusammen und achten auf das Thema; wir haben noch unseren eigenen Server und möchten ehrlich gesagt auch nicht alle Daten, vor allem keine sensiblen Personaldaten, in die Cloud stellen.


Intensiv kümmern wir uns um den Kinderschutz bzgl. der Gefahren im Netz, das sieht man ja auch wieder in dieser Ausgabe. Man kann gar nicht genug darauf aufmerksam machen und sich entsprechende Partner für die Zusammenarbeit suchen.


Was empfiehlst du Vereinen, die sich digital besser aufstellen wollen und wenig eigene Ressourcen haben? An wen können sie sich wenden?


Zunächst einmal kann und soll sich jeder mit seinen Anliegen an uns wenden, das ist schließlich unsere Kernaufgabe als Verband. Wir können in vielen Dingen beraten und über unsere Netzwerke auch auf spezielle fachliche Beratung und Unterstützung verweisen. Spezielle Magazin-Themen wie hier im Heft mit vielen Tipps und Links tragen auch dazu bei. Also bitte, meldet euch - wir helfen weiter!


Wie digital ist dein Alltag als Geschäftsführer?


Derzeit zu digital … Pandemiebedingt verbringe ich viel Zeit am Laptop, mit Video-Konferenzen oder auch mit den Mitarbeitern bei Online-Meetings; sie sind ja im Home Office. Da wünsche ich mir ab und zu schon mal eine ganz gewöhnliche analoge Begegnung… Das geht ja vielen so. Aber natürlich ist ein Arbeitstag auch in normalen Zeiten ohne Digitalisierung völlig undenkbar.


Und privat? Wer ist fitter mit dem Smartphone – deine Söhne oder du…?


Noch bin ich das! Sie fordern mich mit ihrem know how heraus und ich sehe den Tag kommen, an dem sich das umkehrt. Das werde ich ihnen so natürlich nicht sagen - ich fürchte nur, sie wissen das schon ganz genau …


Das Gespräch führte Sonja Schmeißer







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